Bald ist es wieder so weit: Am 14. Februar 2018 beginnt die Fastenzeit. Viele Bundesbürger nehmen die Wochen vor Ostern zum Anlass – meist aus gesundheitlichen Gründen – auf bestimmte Dinge zu verzichten. Um den Körper zu entgiften, gesünder und bewusster zu leben, wird häufig auf Süßigkeiten, Alkohol oder Fleisch verzichtet.

Weniger hoch im Kurs dagegen steht der Verzicht auf Digitales. Vier von zehn Deutschen halten nichts von Digital Detox, das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Viele suchen hin und wieder bewusst Abstand vom Digitalen, meist vergeblich“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Zwar hat jeder siebte Bundesbürger (15 Prozent) bereits versucht, schon für einen gewissen Zeitraum auf digitale Medien zu verzichten, ist aber daran gescheitert.

Die Zeiträume des Verzichts fielen dabei unterschiedlich aus: Während manche „regelmäßig für ein paar Stunden bewusst auf alle digitalen Medien verzichten“ (9 Prozent), waren andere schon einmal „über einen oder mehrere Tage nicht via E-Mail, soziale Netzwerke oder Handy erreichbar“ (20 Prozent).

In meinen Augen liegt genau darin der Grund des „Scheiterns“. Viele Menschen kennen nur schwarz oder weiß, 100 oder 0 Prozent. Anstatt das (Konsum-)Verhalten komplett zu überdenken und nachhaltiger zu gestalten, verzichten viele für einen bestimmten Zeitraum einfach komplett auf etwas und beruhigen dadurch kurz ihr Gewissen. Aber was bringt es mir wirklich, wenn ich einen Monat im Jahr auf Süßigkeiten verzichte, in den verbleibenden elf aber jeden Tag eine Tafel Schokolade esse?

Gleiches gilt für Smartphone & Co.: Für ein paar Wochen offline zu gehen macht keinen Sinn, wenn ich danach wieder rund um die Uhr erreichbar bin, jede Nachricht sofort beantworte und alle paar Minuten checke, was meine Facebook-Freunde so treiben.

Vielmehr geht es darum, langfristig bewusster mit digitalen Medien umzugehen. Das eigene Konsumverhalten selbstkritisch auf den Prüfstand zu stellen und sich gegebenenfalls „Regeln“ zu geben, die diesen bewussten Umgang ermöglichen.

So kann man seine E-Mails beispielsweise nur noch zu festen Zeiten abrufen und beantworten, während der Arbeit den Flugmodus des Smartphones aktivieren oder es gar nicht erst auf den Tisch legen oder auch bestimmte Benachrichtigungen ausschalten (Facebook etc.). Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir uns unseren Alltag weniger vom Smartphone diktieren lassen können und ich werde immer wieder neue vorstellen.

Die Fastenzeit kann für solche „Regeln“ ein guter Anfang sein, nur sollte man diese auch nach Ostern noch beherzigen 😉

Foto von Jesus Kiteque auf Unsplash

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