Die Situation ist alarmierend: Auf fast 560 Millionen ist die Zahl der Tage mit Arbeitsunfähigkeit nach Krankschreibungen in deutschen Unternehmen und Behörden zwischen 2008 und 2016 gestiegen – ein drastischer Anstieg um mehr als 60 Prozent. Das geht aus einer Regierungsantwort auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. 

Der damit verbundene volkswirtschaftliche Schaden stieg in diesem Zeitraum um 75 Prozent und betrug im vergangenen Jahr 75 Milliarden Euro. Selbst inflationsbereinigt beträgt der Zuwachs hier noch 30 Prozent.

Ebenso erschreckend: Psychische Belastungen am Arbeitsplatz werden immer größer, im genannten Zeitraum nahmen diese um 125 Prozent zu. Auch die fortschreitende Digitalisierung trägt ihren Teil zu diesem Ergebnis bei:

Zunehmendes Multitasking, erhöhte Geschwindigkeit, unkonzentriertes Arbeiten durch häufige Störungen, permanente Erreichbarkeit – kurz: immer mehr, immer schneller. Das macht vielen Arbeitnehmern zu schaffen.

Doch sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber können einiges tun, um (digitalen) Stress zu reduzieren. Exemplarisch sei genannt:

Arbeitnehmer profitieren vor allem von aktiven Erholungsaktivitäten (z. B. Sport, Bewegung, Zeit mit Freunden und Familie verbringen). Einen besonders hohen Erholungswert haben dabei Aktivitäten, die uns psychologische Distanz zu unserer Arbeit verschaffen, uns entspannen und herausfordernde Situationen meistern. Außerdem ist es wichtig, dass wir selbst entscheiden können, wie wir unsere Freizeit verbringen wollen (vgl. Sonnentag & Fritz, 2007).

Führungskräfte und Organisationen haben die Aufgabe, „die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu fördern und und die Leistungsfähigkeit auch im digitalen Zeitalter auf einem hohen Niveau zu halten“ (Welpe/Brosi/Schwarzmüller, 2018). Dies kann durch flexible Arbeitszeit- und Arbeitsort-Modelle realisiert werden, klaren Kommunikationsregeln im Team (Stichwort ständige Erreichbarkeit, besonders wichtig bei zuvor genannten flexiblen Arbeitsmodellen), aber auch durch die Vorbildfunktion der Führungskraft, die mit gutem Beispiel vorangehen sollte.

In meinen Workshops gehe ich auf diese Punkte intensiv ein und zeige, wie Digital Wellbeing in Organisationen und Privatleben gelingt.

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